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1914 Gleislose Bahn - die ersten O-Bus-Anlagen


Die erste Buslinie der Bremer Straßenbahn kam noch zu früh

100 Jahre ist es her, dass die Bremer Straßenbahn AG die erste Buslinie übernahm: Am 1. Juni 1914 übernahm die Studiengesellschaft für Vorortbahnen GmbH (BVG; Tochtergesellschaft der Bremer Straßenbahn AG) die Konzession für die elektrisch angetriebene Oberleitungsbuslinie von der Kattenturmer Heerstraße bis nach Arsten.
Bereits zum Ende des Jahres 1909 stellte die Gesellschaft Köhlers Bahnpatente GmbH einen Antrag auf Genehmigung einer Busver-bindung ab der Kattenturmer Heerstraße (Endstation der Linie 4) auf der Straße Arsterdamm bis zum Marktplatz in Arsten und weiter auf der Chaussee bis zur Post. Für den Bau und Betrieb dieser Strecke wurde am 28. Mai 1910 die Bremen-Arster Bahngesellschaft mbH ins Handelsregister eingetragen. Am 7. August 1910 fand um 10 Uhr die feierliche Eröffnung der 3,2 Kilometer langen Strecke statt. Sie wurde wahrscheinlich im 30-Minuten-Takt mit zwei Fahrzeugen betrieben. Der Fahrpreis betrug zehn Pfennig.
Schon bald gab es Klagen über die lauten Fahrgeräusche. Die benutzte Technik war seinerzeit noch nicht ausgereift: An den beiden eingesetzten Trolleybussen hatten weder die ziemlich unkultivierten Fahreigenschaften noch die Stromübertragung mittels eines auf der Fahrleitung laufenden Kontaktwagens besonders beeindrucken können. Der Betrieb wurde daher schon bald wieder eingestellt. Am 13. August 1912 ging die Strecke an die Gesellschaft Gleislose Lloydbahn über, die sich aber ebenfalls nicht halten konnte.
Auch bei der BVG erweis sich der Betrieb als nicht rentabel und musste am 19. Juni 1916 endgültig eingestellt werden. Die Tochter-gesellschaft der BSAG, die sich nun Bremer Vorortbahnen GmbH nannte, blieb jedoch bestehen und eröffnete im Jahr 1924 die erste Buslinie Bremens mit Verbrennungsmotor von Horn nach Oberneuland.
Noch eine „Gleislose Bahn“
Ende des Jahres 1909 sandte die in Bremen ansässige Firma „Köhlers Bahnpatente GmbH“ für die Errichtung einer gleislosen Bahn ein Schreiben an die Behörden. Auf der Parkallee zwischen Kaiser-Friedrich-Straße/Hollerallee und der Eisenbahnkreuzung bei der Munte sollte der Bus fahren. Am 20. April 1910 erhielt die extra gegründete Gesellschaft, die sich Parkbahn GmbH nannte, die Baugenehmigung. Am 16. September 1910 gab es die ersten Probefahrten. Für die 3,1 Kilometer lange Strecke benötigte der Wagen 15 Minuten Fahrzeit. Zwischen 7 Uhr morgens und 8 Uhr abends verkehrten die Busse alle 15 Minuten. Bedient wurden sieben Haltestellen: Bischofstor, Rembertikirchhof, An der Weide, Hollerallee, Franziusstraße, Schwachhauser Ring und Busestraße. An der Parkallee vor dem Bahnübergang befand sich das Betriebsgebäude. Die Wagen boten 20 Sitzplätze. Angetrieben wurden sie mit zwei je 6 PS leistenden Elektromotoren. Etwa zehn Meter konnten sich die Fahrzeuge rechts und links von der Oberleitung entfernen. Die Hinterräder besaßen zunächst einfache Hartgummireifen.
Bei der Oberleitung handelte es sich um zwei übereinander gespannte Drähte, von denen der obere der Minuspol war, um gegebenenfalls herunter fallende andere Leitungen zu schützen. Der Schleifbügel der Wagen lag mit zwei Rollen auf dem oberen Fahrdraht auf. Zwei Bügel wurden von unten gegen den unteren Pluspol gepresst. Auf der gesamten Strecke war nur eine Oberleitung verlegt. Wenn sich zwei Busse begegneten, mussten sie anhalten und die Stromabnehmer tauschen. Insgesamt gab es vier O-Busse.
Schon kurz nach der Inbetriebnahme beschwerten sich die Anwohner der Parkallee über die lauten Fahrgeräusche und die von den Wagen ausgehenden Erschütterungen. Auch um die unter der Straße gelegenen Abwasserkanäle machte man sich Sorgen. Die schweren Fahrzeuge verursachten auch auf den Straßen einige Schäden. Vom 1. September 1910 bis zum 31. August 1911 beförderte die Linie 215.919 Fahrgäste und 9.648 Schülerinnen und Schüler, außerdem wurden 20.784 Abonnements ausgegeben. Dies reichte jedoch nicht aus. Am 31. Dezember 1911 fuhr dann der letzte Bus auf der Strecke.