Chronik der Bremer Straßenbahn> Die ersten 70 Jahre


Von der Pferdebahn bis zum Ende des zweiten Weltkrieges (1876 bis 1945)

Teil 2_______Teil 3_______Teil 4

In den Jahren 1876 bis 1899 existierten in Bremen zwei schienengebundene Nahverkehrsgesellschaften.
Die Erste nannte sich ACTIENGESELLSCHAFT BREMER PFERDEBAHN und gehörte Bremer Kaufleuten und Fuhrunternehmer. Sie eröffnete 1876 zunächst eine Linie zwischen der Innenstadt und Bremen-Horn. Der Betriebsmittelpunkt waren die Remise, Ställe und Werkstatt in Horn (heute Kaufhaus Lestra).
Drei Jahre später erschien die GROSSE BREMER PFERDEBAHN im Bremer Straßenbild. Sie gehörte einem Londoner Unternehmen. Die Gesellschaft hatte ihre Betriebsstätten in Bremen-Walle beim Friedhof (heute Wendeschleife, Kulturzentrum und Tankstelle). Dort wurden etwas später die Fahrzeuge für den eigenen Bedarf, die (Konkurrenz) BREMER PFERDEBAHN, Bremerhaven und Städte im europäischen Ausland gebaut. Auch die ersten elektrischen Straßenbahnen für die Ausstellungslinie von 1890 der BREMER PFERDEBAHN wurden hier hergestellt. Die Gesellschaft war von ihrer Bedeutung weitaus größer als die BREMER PFERDEBAHN, durfte aber im Gegensatz zu der kleineren Gesellschaft ihre Strecken nicht elektrifizieren. So wurde sie damit zur Aufgabe im Jahre 1899 gezwungen.
 
12.04.1875
Carl Westenfeld beantragt beim Senat die Konzession für eine Pferdebahn von Bremen nach Oberneuland.
28.03.1876
Konstituierende Generalversammlung der BREMER PFERDEBAHN.
19.04.1876
Der Bau der ersten Pferdebahnstrecke vom Herdentor bis zur Vahrster Brücke (heute Bürgermeister-Spitta-Allee) beginnt.
04.06.1876
Der öffentliche Linienverkehr mit zunächst 4 offenen und 8 geschlossenen Wagen sowie 8 Pferden wird aufgenommen.
01.12.1877
Verlängerung der Strecke von der Vahrster Brücke bis zur Horner Brücke (Einmündung Berckstr.).
01.08.1878
Eine Krankenkasse für die Angestellten wird gegründet.
03.11.1879
Die erste Linie der GROSSEN BREMER PFERDEBAHN, einer Londoner Gesellschaft, von Walle bis nach Hastedt wird eröffnet.
09.08.1880
Die Linie vom Markt zum Kirchweg (Große Bremer Pferdebahn) wird eröffnet, damit erste Weserüberquerung.
04.06.1883
Verlängerungsstrecke Herdentor – Börse (Bremer Pferdebahn) eröffnet.
21.09.1884
Erweiterung vom Kirchweg bis zum Arsterdamm (Große Bremer Pferdebahn) eröffnet.
xx.xx.1888
Der Museums-Pferdebahnwagen 23 wird bei der Werkstatt der Großen Bremer Pferdebahn in Bremen-Walle gebaut.
21.10.1888
Freihafenlinie (Bremer Pferdebahn) eröffnet
21.06.1889
Hohentorslinie (Bremer Pferdebahn) eröffnet
 
1889-1899 Elektrifizierung der BREMER PFERDEBAHN (ab 1892 BREMER STRASSENBAHN)
31.10.1889
Die Bremer Pferdebahn beschließt, eine elektrische Versuchslinie anlässlich der Nordwestdeutschen Gewerbeausstellung 1890 im Bürgerpark zu bauen.
21.06.1890
Eröffnung der elektrischen Ausstellungsbahn auf der Strecke von der Börse bis zum Bürgerpark.
15.10.1890
Einstellung der Ausstellungslinie - Demontage und Einlagerung der elektrischen Anlagen.
19.05.1891
Die Bremer Pferdebahn erhält die Erlaubnis zur Elektrifizierung aller konzessionierten Strecken.
21.05.1891
Die Generalversammlung der Bremer Pferdebahn beschließt die Einführung des elektrischen Betriebes.
25.06.1891
Die BREMER PFERDEBAHN heißt fortan "BREMER STRASSENBAHN.
01.05.1892
Eröffnung des elektrischen Betriebes auf der Strecke Horn – Börse (Markt).
18.04.1893
Die Bremer Straßenbahn fährt mit Ausnahme der Strecke im Freihafen vollständig elektrisch.
15.04.1898
Verlängerung von der Nordstraße bis zur Kaiserstraße.
06.06.1899
Die Bremer Straßenbahn erhält die Verlängerung der Konzession bis 1950, Erlaubnis zur Elektrifizierung aller übernommenen Strecken der GROSSEN BREMER PFERDEBAHN.
30.06.1899
Die Bremer Straßenbahn, ehemals Bremer Pferdebahn erwirbt mit Hilfe hochrangiger Bremer Kaufleute die englischen Anteile an der Großen Bremer Pferdebahn und übernimmt somit den gesamten Betrieb inklusive der Werkstatt in Walle (erste Hauptwerkstatt).
 
1900-1914 Die Bremer Straßenbahn Auf dem Weg zum Massenverkehrsmittel
24.05.1900
Strecke Walle – Weserlust elektrifiziert.
18.09.1900
Strecke Hastedt – Holzhafen elektrifiziert.
02.10.1900
Abschnitt Hauptbahnhof – Brill – Schützenhof (Pappelstraße) elektrifiziert.
01.01.1901
Einführung eines 10-Pfennig-Einheitstarifs.
26.05.1901
Strecke Hohentor – Rose Mühle (heute Zwischenahner Straße) in Woltmershausen eröffnet.
10.09.1901
Eröffnung der Ringbahn.
06.10.1901
Verlängerung von Walle bis nach Gröpelingen (Lindenhofstraße) eröffnet.
22.06.1903
Eröffnung der Linie nach Burg (westlichster Punkt des Bremer Straßenbahnnetzes.
24.10.1903
Verlängerung in Woltmershausen von der Rose Mühle bis zum Deichschart (heute Dötlinger Straße).
01.01.1904
Pensions- und Sparkasse gegründet.
xx.xx.1905
Fertigstellung der neuen Hauptwerkstatt an der Hansastraße.
01.05.1906
Die mittlere Arbeitszeit beträgt 10,5 Stunden/Tag und jeder 6. Tag ist frei. Zuvor galt die Regelung 14,5 Stunden Arbeitszeit pro Tag; jeder 3. Tag frei.
xx.xx.1907
Schaffung einer zentralen Umsteigestelle am Hauptbahnhof.
xx.xx.1908
Einführung von Liniennummern (Straßenbahnlinien 1 bis 8).
17.03.1909
Die Studiengesellschaft für Vorortbahnen GmbH wird gegründet.
31.03.1909
Einstellung des Pferdebahnbetriebes im Freihafen.
21.07.1909
Linie 7 bis zur Stromer Straße in Woltmershausen verlängert.
xx.xx.1910
Erster Streik von Angestellten für höhere Gehälter.
xx.xx.1910
Beginn des Thermitschweißens (chemisches Verfahren) im Gleisbau.
07.08.1910
Inbetriebnahme des ersten Oberleitungs-Busses in Arsten durch Köhlers Bahnpatente GmbH.
16.09.1910
Oberleitungs-Buslinie auf der Strecke Bischofstor – Parkallee – Bahnübergang durch die Parkbahn GmbH eröffnet.
xx.xx.1911
Ausrüstung der ersten Straßenbahnwagen mit verglasten Plattformen (Wunsch der Aufsichtsbehörde).
21.08.1911
Verlängerung Hauptbahnhof – Wachmannstraße eröffnet.
15.09.1911
Hafenbahn (Lindenhofstr. – Industriehafen) eröffnet.
31.10.1911
(oder 3.7.1913) Einstellung der letzten Pferdebahnlinie in Hastedt.
01.11.1911
Linie 3 bis zur Emder Straße verlängert.
31.12.1911
O-Bus der Parkbahn wieder eingestellt.
01.03.1912
Die Linie 3 wird bis zur Hohwisch verlängert.
04.07.1913
Verlängerung des elektrischen Betriebes der Linie 2 bis zur Esmarchstraße (Sebaldsbrück).
06.08.1913
Eröffnung der Linie 9 bis nach Findorff/ Hemmstraße.
xx.12.1913
Der Senat und die Bürgerschaft genehmigen einen Zonentarif.
 
1914-1918 Im Ersten Weltkrieg
xx.xx.1914
Mit Kriegsausbruch wird nahezu zwei Drittel des Personals einberufen.
xx.xx.1914
Erste elektrisch verschweißte Gleise.
19.06.1914
Studiengesellschaft nennt sich nun Bremer Vorortbahnen GmbH (BVG).
24.10.1914
Verlängerung von der Wachmannstraße in die Hartwigstraße eröffnet.
xx.05.1915
Einstellung von 332 Schaffnerinnen.
01.12.1915
Bezug des neuen Verwaltungsgebäudes Am Wall.
19.06.1916
O-Bus-Verkehr in Arsten endgültig eingestellt.
18.09.1916
Streckenführung durch die Langenstraße aufgegeben.
25.09.1916
Einstellung von 51 Fahrerinnen.
02.10.1916
Hafenbahn (Lindenhofstr. – Industriehafen) eingestellt.
01.02.1917
Durchschnittsdienst von 9 Stunden pro Tag.
01.07.1918
Zonentarif durch 15-Pfennig-Einheitstarif ersetzt.
 
1919-1933 Inflation und Massenarbeitslosigkeit
01.01.1919
Einführung des 8-Stunden-Tages (nach der Revolution).
02.11.1919
20-Pfennig-Einheitstarif.
01.05.1920
Linie 12 Sebaldsbrück – Osterholzer Friedhof.
01.09.1922
Betriebshof Haferkamp 1 eingeweiht.
xx.xx.1923
Am Hauptbahnhof wird die erste elektrische Weiche installiert.
01.07.1923
Gründung der Betriebskrankenkasse.
xx.xx.1923
43 Tariferhöhungen, Fahrpreis im November 130.000.000.000 Mark (oder 3 amerikanische Cent).
14.10.1923
Einführung des Neustadt-Rings, erste elektrische Weiche am Hauptbahnhof.
10.03.1924
Linie 3 zur A.G.”Weser” verlängert.
01.08.1924
Einführung der 48-Stunden-Woche.
11.09.1924
BVG stellt Sammelantrag auf Genehmigung von Omnibuslinien.
21.10.1924
Eröffnung der ersten BVG-Buslinie Horn – Oberneuland.
22.05.1925
BVG eröffnet Busbetrieb in Delmenhorst.
22.05.1925
Eröffnung der BVG-Linie Blumenthal – Burg.
01.11.1925
BVG eröffnet Busbetrieb in Oldenburg.
xx.xx.1926
Die Bremer Straßenbahn entscheidet sich, ihre Fahrzeuge von Rollen- auf Scherenstromabnehmer umzurüsten. Zunächst erprobt man diese Technik ab 1926 auf den Linien 8 und 11, bevor ab Mitte der dreißiger Jahre die Umstellung aller Linien beginnt. Sie wird am 22.11.1937 abgeschlossen.
15.02.1926
Linie 11 A.G.”Weser” – Norddeutsche Hütte (heute Acelor Mittal) eröffnet.
28.03.1926
Eröffnung der Betriebshöfe Gröpelingen und Sebaldsbrück, entsprechende Korrekturen der Linien 2, 8 und 12.
22.05.1926
Linie 12 zur Osterholzer Landstraße verlängert.
01.08.1926
Eröffnung der BVG-Buslinie nach Borgfeld.
31.03.1927
Einstellung des BVG-Betriebes in Delmenhorst.
17.07.1927
Eröffnung der Strecke Bürgerpark – Findorff, Neustadtring wird durch Nord-Süd-Ring ersetzt.
01.12.1927
Linie 10 zum Waller Bahnhof verlängert.
01.11.1928
Pappelstraße – Vulkanstraße eröffnet.
xx.xx.1930
Indienststellung eines Mitteleinstiegswagens (Nordwaggon) mit Schienenbremse und Scherenstromabnehmer.
02.08.1930
BVG eröffnet Nachtlinien nach Horn, Gröpelingen und Arsten.
02.01.1931
BVG eröffnet zwei innerstädtische Linien.
10.07.1931
Einstellung der letzten Stadtbuslinie.
 
1933-1939 Im Dritten Reich
17.01.1933
Einstellung des BVG-Betriebes in Oldenburg.
02.06.1933
Musikkorps der Bremer Straßenbahn gegründet.
07.06.1933
Sportvereinigung der Bremer Straßenbahn gegründet.
01.09.1933
Linie 7 bis Rablinghausen verlängert.
xx.12.1933
versuchsweise Einführung von Sattelsitzen für die Straßenbahnfahrer auf der Linie 2.
13.01.1934
Eröffnung der Flughafenbahn.
01.03.1934
Beginn der Umstellung von Fahrzeugen und Oberleitung auf Scherenstromabnehmer.
19.09.1934
Sängervereinigung der Bremer Straßenbahn gegründet.
04.01.1936
Linie 10 zur Schlageterstraße (heute Bismarck-Str.) verlängert.
xx.xx.1936
Ümrüstung des Oberleitungssystems von Stange- auf Scherenstromabnehmer
xx.xx.1936
BVG erprobt einen Henschel-Dampfbus.
03.07.1937
Erster Triebwagen mit Lenkdreiachs-Fahrgestell in Dienst gestellt.
22.11.1937
Letzte Wagen auf Scherenstromabnehmer umgerüstet.
01.10.1938
Inbetriebnahme der neuen Omnibushalle in Horn.
 
1939-1945 Im Zweiten Weltkrieg
01.07.1939
Westbrücke (heute Stephanibrücke) eingeweiht, Straßenbahnlinie 15 bis zur Emder Straße in Walle verlängert.
02.11.1939
Linie 3 zum Weserwehr verlängert.
17./18.05.1940
Erster Luftangriff auf Bremen, Fahrleitung an drei Stellen beschädigt, Gleisschaden in der Nordstraße.
15.06.1940
Flughafenbahn zu den Focke-Wulf-Werken verlängert.
27.03.1942
Ringbahnlinie 1 eingestellt.
xx.11.1943
BVG verwendet Stadtgas als Omnibus-Treibstoff.
13.12.1943
Volltreffer auf dem Betriebshof Woltmershausen, 30 Fahrzeuge zerstört oder beschädigt.
20.12.1943
Strecke in der Schlageterstraße (heute Bismarck-Str.) eingestellt.
xx.02.1944
Indienststellung eines VOMAG-Busses mit Holzgasantrieb.
24.02.1945
Verwaltungsgebäude Am Wall durch Bomben zerstört.
11.03.1945
Weichenwerkstatt Walle und alle dort befindlichen Spezial-Fahrzeuge zerstört.
22.04.1945
Kriegsbedingte Einstellung des gesamten Straßenbahnverkehrs.

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Von der Pferdebahn bis zum Ende des zweiten Weltkrieges (1876 bis 1945)