Fahrzeuge> Triebwagen 820



Geschichte des Fahrzeuges

Triebwagen 820 wurde 1954 bei der Hansa-Waggonbau GmbH in Bremen-Hemelingen hergestellt. Insgesamt umfasste diese zweite Serie 22 Trieb- und 20 Beiwagen. Die Drehgestelle waren ein Produkt der Maschinenfabrik Esslingen.
Erstmals beschaffte die Bremer Straßenbahn AG mit den ab 1953 in Dienst gestellten Großraumzügen Einrichtungsfahrzeuge, die an den Endhaltestellen Schleifen zum Wenden benötigten. Sie hatten also nur auf einer Seite einen richtigen Fahrerplatz, am hinteren Ende von Trieb- und Beiwagen war nur ein Rangierfahrschalter vorhanden. Türen gab es nur auf der rechten Seite. Neu war auch, dass Fahrer und Schaffner ihre Arbeit nun im Sitzen ausüben konnten. Der Schaffnerplatz war am hinteren Wagenende installiert. Es wurde der sogenannte Fahrgastfluss praktiziert, d.h. einsteigen musste man hinten, aussteigen in der Mitte oder vorne.
Anfänglich waren die Großraumzüge überwiegend auf der Linie 2 zu finden, kamen später aber auch auf der 3, 4, 15 und 16 zum Einsatz. Beim Personal waren die Züge recht beliebt, waren sie doch gut motorisiert und entsprechend zügig zu fahren. Lediglich die Laufruhe ließ im oberen Geschwindigkeitsbereich etwas zu wünschen übrig.
Im September 1966 erfolgte die Umrüstung des Triebwagens auf Einmannbetrieb. Dazu entfernte man den Schaffnerplatz und baute Fahrscheinentwerter ein. Wollte man in dem Wagen nun Fahrkarten kaufen, ging das nur noch beim Fahrer.
Ab 1975 war der Tw 820, wie auch alle seine Kollegen, nur noch auf der Linie 10 zu finden, woher auch seine Bezeichnung als "Alte Zehn" rührt, die er neben anderen Spitznamen wie "Zigarre" trägt.
Im September 1986 wurde er ausgemustert und verschrottet. Lediglich der vordere Teil inklusive der ersten Tür blieb als Ausstellungsstück für Veranstaltungen der BSAG erhalten. Später in den 90ern wurde er nochmals verkürzt und anlässlich einer Ausstellung über die 50er Jahre im Bremer Rathaus ausgestellt. Danach verlor sich seine Spur. Im September 2006 erhielt der FdBS eine Anfrage von der Berufsschule für Metallverarbeitung, ob eine Übernahme durch den Verein wünschenswert sei. Seitdem bereichert der äußerlich aufgearbeitete und beleuchtete Wagenkopf die museale Ausstellung im Depot.


Technische Daten


Hersteller: Hansa - Waggonbau GmbH, Bremen
Baujahr: 1954
Ende des Linieneinsatzes: 1986
Länge über Rammbügel: 100 mm
Breite: 2200 mm
Höhe: 3016 mm
Gewicht: 0,5 t
Sitzplätze: -
Stehplätze: -
Motor: 0 x AEG GBM 401
Leistung: 0 x 60 kW
Fahrschalter: -
Bremse: -
z. Höchstgeschwindigkeit: -


Triebwagenkopf 820 im DEPOT______Foto: D.Krebs FdBS