Fahrzeuge> Projekte> Werkstatt Walle - Pferdebahnwagen 23 Teil 2


Die Geschichte, Bergung und Restaurierung des Pferdebahnwagen 23
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21.06.2009

Fotos: G.Borcherding FdBS

Auf der Suche nach der Identität des Wagens finden wir an fast jedem abnehmbaren Teil die Gravierung 283. Das war seine Wagennummer ab 1907. Seine Ursprungsnummer 23 ist auf einem Brett oberhalb der Seitenfenster zu finden.


29.07.2009

Fotos: G.Borcherding FdBS

Mit Unterstützung des HSM in Wehmingen erhalten wir das Fahrgestell des Bremer Salzwagen S4 (a 1981) zurück. Im Gegenzug ist der Wegmann-Zug 3533/3733 in das dortige Museum abgegeben worden.


04.11.2009

Fotos: G.Borcherding FdBS

Im Laufe der vergangenen Monate ist im Innenraum die überdeckende, weiße Farbe entfernt worden. In der einen Schiebetür befindet sich noch das Original-Firmenschild der Tramways Union Company Limited, London, der die Große Bremer Pferdebahn gehörte.


04.11.2009

22.02.2010________________Fotos: G.Borcherding FdBS

Da die Aufstellung der Fahrzeuge in der Werkstatt angepasst werden musste, ist dieses Winterbild möglich geworden. - Die Achshalter des ehemaligen Salzwagen S4, nachdem das marode Fahrgestell zerlegt worden ist.


07.03.2010

Fotos: G.Borcherding FdBS

Restaurierung der zwanzig Laternendachfenster. Oben links ein Fenster im Originalzustand. Rechts daneben die manuelle Reinigung der Scheibe - Farbübermalungen danach mit dem Skalpell entfernen und nochmal reinigen. Unten links ist der Rahmen mit Leinölfirnis behandelt und die Scheibe, mit zum Teil neuen Viertelstäben, eingesetzt.Die unteren Gleiter für die beiden Schiebetüren zum Innenraum. Links ein Oiginal und rechts Neuanfertigung. Zwei waren noch vorhanden und sechs sind neu entstanden. Messingplatte mit aufgenietetem Stahl.


29.02.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Zwei Jahre später. 2011 wurde nur sporadisch an dem Wagen gearbeitet und beschränkte sich auf das Abbeizen diverser Leisten und das Aufbereiten der beiden Türen. Seit Oktober 2011 ist der Tw 811 unser Haupt-Betätigungsfeld. Bedingt durch eine (Maler)Pause werden jetzt die inneren Fensterbänke überholt. Die Seite 1 ist immer noch ohne die neu zu bauende Plattform.


04.05.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Wegen einer Schaffenspause am Tw 811 konnten wieder Arbeiten am Pw 23 ausgeführt werden. An der Seite 1 wurden die unteren Bleche abgeschraubt - dieses ging nach 106 Jahren Dank der schützenden Kittschicht nahezu mühelos. Zum Vorschein kamen vollkommen intakte Hölzer - irgendwie hatte der Holzwurm keine Chance. Danach wurde der im Jahre 1906 hinzugefügte Balken (Absenken der Plattform - rechts, rechtes Bild) entfernt und ein Musterbrett für die neu anzufertigen acht Tragbalken (vier pro Seite) hergestellt.


12.05.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Am 11.05.2012 wurden die beiden Seitenbleche auf der stärker in Mitleidenschaft gezogenen Seite abgeschraubt. Das untere Rahmenholz ist auf einem Meter Länge in schlechtem Zustand. Hier ist Sanierungsbedarf - aber mit welcher Methode? Wenn möglich soll der Balken erhalten bleiben. Die Bleche haben noch ausreichend Materialstärke und könnten nach einer ergänzenden Reparatur wieder benutzt werden. Die großen Muttern der quer verlaufenden Spanneisen ließen sich bis auf eine Ausnahme gut lösen - 1/2-Zoll-Gewinde.


09.06.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Inzwischen ist die eine Seite des Wagens komplett entkleidet. Bei dieser Gelegenheit wurden auch fast alle nachträglich eingebrachten Schrauben und Nägel entfernt. Die senkrechten Wandstreben werden durch Nuten und Holzdübel gehalten. Etwas desolat ist der untere Gurt - seine Stabilisierung bedarf noch weiterer Überlegungen. Das restliche Holzgerippe ist in seiner Substanz wie am Tag seiner Entstehung. - Auf dem rechten Foto zu sehen: Auch der Pferdebahnwagen hat den QR-Code für Smart-Phone Besitzer erhalten.


03.07.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Auch die Perron-Seite 1 ist jetzt ohne Beblechung und teilweise geschliffen. Auf dem rechten Foto kann man die 283 in der Lackierung der zwanziger Jahre (dunkelgrün mit goldener Schrift) sehen.


03.07.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Auf dem linken Foto sieht man die verschiedenen Farbschichten. Weiß und hellgrün stammen aus seiner letzten Epoche im Kleingarten. Olivgrün um die Jahrhundertwende 1900 (siehe Tw 49) und gelb war seine ursprüngliche Farbe in diesem Bereich unterhalb der Seitenfenster. Rechts eine Detailaufnahme des unteren Längsträgers mit einer von sechs Querverspannungsschrauben.


29.09.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Die acht neuen Tragbalken für die Plattformen wurden angefertigt. Ein Exemplar ist bereits gefräst und mit neu angefertigten Halteplatten testweise befestigt. Leider sind Schlossschrauben, dieser Länge nicht mehr in dem damaligen 1/2-Zoll-Maß lieferbar. Aber die sechs Querverspannungen unter dem Wagenboden werden mit neuem Material und 1/2-Zoll-Gewinde hergestellt.


03.11.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Oben links sind zwei neue Verstärkungswinkel für die Bodengruppe im Bereich der neu zu erstellenden Plattform zu sehen. Die vorhandenen hatten durch die über hundertjährige Korrosion ihre Stabilität verloren. Oben rechts ist das für den Einbau vorbereitete Feld mit der neu angefertigten Querverspannung zu sehen.
Unten links der Wagenboden im mittleren Bereich. Die beiden noch zu erneuernden Bolzen halten später das Sprengwerk zwischen den Achshaltern. Rechts unten ist der aktuelle Arbeitsbereich von oben mit bereits neu angefertigten Teilen zu sehen.


21.11.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Die vier Radlager des ehemaligen Salzwagen S4 wurden mittlerweile zerlegt und gereinigt - jetzt müssen sie zum Sandstrahlen und Konservieren.


15.12.2012

Fotos: G.Borcherding FdBS

Die neuen Verstärkungswinkel sind fertig und ein Plattformträger ist provisorisch eingebaut.


05.01.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Auf dem linken Foto ist ein 1:1-Holzmodell für die beiden Längsträger mit Konsole für das Befestigen der Radlager zu sehen. Das Modell wird jetzt in Stahl für beide Seiten doppelt nachgebaut. Die vier Radlager und Zubehör sind fertig verstaut zum Sandstrahlen und Konservieren und sind mittlerweile unterwegs.


18.01.2013

08.02.2013________________Fotos: G.Borcherding FdBS

Links wird die Innenverkleidung von Plattform 1 restauriert. Es werden (Fremd)farbreste entfernt und die Holzteile fein geschliffen. Alte Gebrauchsspuren bleiben erhalten. Danach erfolgt eine Behandlung mit Leinölfirniss. Rechts ist die Front von Plattform 1 jetzt gänzlich von Blechen befreit und geschliffen.


21.02.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS / Archiv

Über dem linken Fenster ist als Ersatz ein nachgefertigter Spriegel eingebaut worden. Der Originale war durch Anbauten stark beschädigt worden. Viele Stahlteile sind mittlerweile mit Sandstrahl bearbeitet worden und müssen noch mit Schutzfarbe behandelt werden.
Fund im Archiv: Auf dem historischen Foto rechts sieht man eine Begegnung zweier Pferdebahnwagen in Rotterdam / Niederlande.


09.03.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Oben links ist der neue Spriegel mit ausgeleimter Schadstelle zu sehen. Oben rechts ist das für den Einbau vorbereitete Ersatzteil aus Mahagoni mit dem eingepassten Eckwinkel abgebildet.
Unten ist es provisorisch an seinem zukünftigen Platz. An dieser Stelle war der Original-Mahagonibalken stark angegriffen und ein massiver Eingriff war erforderlich.


01.04.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Mittlerweile sind die rechte Ecke des tragenden Balkens und zwei weitere Felder wieder hergestellt. In diesen Feldern war er nur in einer Stärke von max. 1 cm beschädigt. - Rechts wurde das zerstörte Ende der mittleren Latte durch Einleimen eines Passstückes wieder tragfähig gemacht. Dieses sind alles Arbeiten, die man letzten Endes nicht mehr sieht, aber äußerst wichtig für die Stabilität sind.


13.04.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Die acht Tragebalken für die Plattformen sind mittlerweile fertig bearbeitet und gefräst. Drei ihrer Haltepunkte kann man auf dem rechten Foto erkennen. Diese werden gerade oberflächlich durch Einsetzen kleiner Segmente erneuert - der Balken selbst ist vollkommen intakt.


08.12.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Oben links und rechts ist die neue Achshalterkonsole provisorisch an ihrem Einbauort plaziert. Die beiden Träger wurden aus U-Stahl 50x100 hergestellt und mit einem Wasserlaser zugeschnitten. Ursprünglich waren die Achshalter direkt im unteren Querbalken befestigt. Unten links ist der Aufbau mit den Haltern und rechts die Unterbodenansicht zu sehen.


14.12.2013

Fotos: G.Borcherding FdBS

Nach dem Abnehmen der ersten Blechplatte über den Fenstern der zweiten Seite erscheint ein Gruß aus der Vergangenheit. Ferdi Schnaars und W. Preßmeier haben anscheinend um den 22. April 1922 die letzte Revision am Fahrzeug vorgenommen. - Rechts ist der darüber liegende Dachbereich mit den Resten der Segeltuchbespannung zu sehen.


11.01.2014

Fotos: G.Borcherding FdBS

Die durchgehende Profilleiste inklusive der drei Vertäfelungsbretter über den drei Fenstern der Seite 2 ist ausgebaut und restauriert / repariert. Unten links die Reparaturstelle eines Bruches mit eingeleimtem Überbrückungsteil und, auch auf dem rechten Foto zu sehen, eingesetzten Rundholzdübeln zum Verschließen nachträglicher Bohrlöcher. - Oben rechts ist der Prototyp für die Aufdoppelung der Vertäfelung zu sehen. Außer den Umrissen ist nichts mehr überliefert, aber der Stil müsste richtig sein. Die entgültige Ausführung wird dann in 10-mm-Mahagoniholz sein.


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Ergänzende Holzarbeiten durch:


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