Fahrzeuge> Beiwagen 1806



Geschichte des Fahrzeuges

Beiwagen 1806 wurde 1954 bei der Hansa-Waggonbau GmbH in Bremen-Hemelingen hergestellt. Insgesamt umfasste diese zweite Serie 22 Trieb- und 20 Beiwagen. Die Drehgestelle waren ein Produkt der Maschinenfabrik Esslingen.
Erstmals beschaffte die Bremer Straßenbahn AG mit den ab 1953 in Dienst gestellten Großraumzügen Einrichtungsfahrzeuge, die an den Endhaltestellen Schleifen zum Wenden benötigten. Sie hatten also nur auf einer Seite einen richtigen Fahrerplatz, am hinteren Ende von Trieb- und Beiwagen war nur ein Rangierfahrschalter vorhanden. Türen gab es nur auf der rechten Seite. Neu war auch, dass Fahrer und Schaffner ihre Arbeit nun im Sitzen ausüben konnten. Der Schaffnerplatz war am hinteren Wagenende installiert. Es wurde der sogenannte Fahrgastfluss praktiziert, d.h. einsteigen musste man hinten, aussteigen in der Mitte oder vorne.
Anfänglich waren die Großraumzüge überwiegend auf der Linie 2 zu finden, kamen später aber auch auf der 3, 4, 15 und 16 zum Einsatz. Beim Personal waren die Züge recht beliebt, waren sie doch gut motorisiert und entsprechend zügig zu fahren. Lediglich die Laufruhe ließ im oberen Geschwindigkeitsbereich etwas zu wünschen übrig.
Im Juli 1969 erfolgte die Umrüstung des Beiwagens auf Einmannbetrieb. Dazu entfernte man den Schaffnerplatz und baute Fahrscheinentwerter ein. Wollte man in dem Zug Fahrkarten kaufen, ging das nun nur noch beim Fahrer des Triebwagens.
1970 wurde der Beiwagen in 906 umnummeriert. Ab 1975 war der Wagen, wie auch alle seine Kollegen, nur noch auf der Linie 10 zu finden, woher auch seine Bezeichnung als "Alte Zehn" rührt, die er neben anderen Spitznamen wie "Zigarre" trägt.
1988 bekamen die wenigen noch vorhandenen Großraumzüge neue Wagennummern. Bw 906 wurde jetzt zu 696. Am 30. März 1990 wurde dieser Wagen als einer von zwei Großraumbeiwagen außer Dienst gestellt und nach dem Einrücken in Sebaldsbrück abgestellt. Der FdBS versetzte den Beiwagen wieder weitgehend in den Anlieferungszustand zurück, wobei als auffälligstes Merkmal der Einbau der Schaffnerplätze zu nennen ist.
Seit dem Sommer 1990 ist der Großraumwagen zusammen mit Triebwagen 811 auf der Stadtrundfahrtlinie 15 zu finden, kann aber auch für Sonderfahrten gemietet werden. Im August 1992 erhielt der Wagen seine alte Nummer zurück und heißt seitdem wieder Bw 1806. Der Beiwagen ist baugleich dem Bw 1815.
Nachdem er im Frühsommer 2010 zusammen mit seinem Triebwagen 811 wegen fälliger HU abgestellt wurde, wurden nur sporadisch Tätigkeiten an ihm ausgeführt. Unter anderem wurden die Drehgestelle zwecks Neubereifung ausgebaut. Dieses Thema zog sich über mehrere Jahre hin. Die Drehgestelle waren dann am Jahresende 2014 fertig. Nun entschlossen wir uns zu einer Generalsanierung analog dem Tw 811 im annähernden Erscheinungsbild der Auslieferung. Diese Arbeiten werden wahrscheinlich im Mai/Juni 2015 mit der HU abgeschlossen sein.


Technische Daten


Hersteller: Hansa - Waggonbau GmbH, Bremen
Baujahr: 1954
Ende des Linieneinsatzes: 1990
Länge über Wagenkasten: 13300 mm
Breite: 2200 mm
Höhe: 3016 mm
Gewicht: 10,4 t
Sitzplätze: 33
Stehplätze: 76
Motor: -
Leistung: -
Fahrschalter: -
Bremse: Schienenbremse 4 x 4t, Solenoidbremse, Abreissbremse, Feststellbremse mechanisch
z. Höchstgeschwindigkeit: 70 km/h


Beiwagen 1806 auf dem Betriebshof Sebaldsbrück________________________Foto: D.Krebs FdBS



Beiwagen 1806 Innenraum_____________________________________________Foto: Archiv FdBS