Fahrzeuge> Projekte> Lindner - Arbeitswagen AT3 ex Tw 601 ex Tw 281


Die Rückführung des Arbeitstriebwagens AT3

AT3 in seinen letzten Betriebstagen______________________________________Foto: Archiv FdBS


Der Triebwagen 281 wurde 1941 von der Waggonbaufabrik Gottfried Lindner in Ammendorf bei Halle (Saale) gebaut. Der Wagen gehörte zu einer Serie von 5 (Nr. 280-284) Trieb- und 25 (Nr. 607-631) Beiwagen, welche bereits 1940 geliefert wurden. Alle waren bis 1945 mit komfortablen Polstersitzen und Gardinen, teilweise auch Ledersitzen ausgestattet. Ganz im Gegensatz zu den spartanischen Nachbauten der 700er von 1947/48.

Die folgenden SW-Fotos des Schwester-TW 282 wurden nach Angaben eines Zeitzeugen coloriert.


Tw 282 am Bürgerpark 1941____________________________________________Foto: Archiv FdBS


Innenraum Tw 282 am Bürgerpark 1941____________________________________Foto: Archiv FdBS


Durch Kriegseinwirkungen gingen die Wagen 283 und 284, sowie die Beiwagen 611, 615, 616, 618, 620, 623 und 624 verloren. Ab 1946 erhielten die restlichen Triebwagen die Nummern 600 - 602 und die Beiwagen die Nummern 1600 - 1618, wobei die 1607 nicht besetzt wurde. Die größtenteils nicht zerstörten Fahrgestelle wurden für die 700er und 1700er Nachbauten verwendet.

Am 28. Juni 1952 war Triebwagen 601 die erste Straßenbahn, die die als Neubau wieder errichtete Bürgermeister-Smidt-Brücke einweihte. Gefahren wurde der Zug vom damaligen, langjährigen Direktor der Bremer Straßenbahn Robert Claessens, der 1952 in den Ruhestand ging. Über das bewegte Leben des "Vaters der Straßenbahn" ist bei dem Verlag Edition Temmen ein eigenes Buch erschienen.


28.06.1952 der Eröffnungszug hat den Grünenkamp erreicht_________________Foto: Archiv FdBS


1955 auf der Linie 2 in Sebaldsbrück_________________Foto: Dieter Höltje
Das linke Gleis ist der Rest der Wendeschleife für die Linie 12 Sebaldsbrück - Osterholz.


Bis 1968 war Triebwagen 601 im Liniendienst unterwegs und wurde dann zum Arbeitstriebwagen AT3. Anlässlich einer HU wurde das originale Lindner-Fahrgestell gegen das des ausgemusterten Tw 721 ausgetauscht.
Im November 1981 wurde er ausgemustert und an das damalige DSM in Wehmingen bei Hannover abgegeben.


Zeitungsartikel aus Weser-Kurier und Betriebszeitschrift Haltestelle 1981/82


Ursprünglich für eine Aufarbeitung vorgesehen wurde er in einem Schuppen untergestellt. Unser Partnerverein HSM, Nachfolger des DSM, sah keine Möglichkeit einer weiteren Verwendung. Deshalb wurde eine Rückführung nach Bremen zum FdBS möglich.

Die Vorbereitungen...


03.03.2013
Fotos: V.Hilse FdBS

AT3 wird durch einen Arbeitstrupp des HSM aus dem Schuppen, seinem jahrelangen Aufenthaltsort, gezogen.


31.08.2013

Fotos: G.Borcherding / V.Hilse FdBS

Heute wurde durch unsere Werkstattmannschaft, inklusive der Ausbildungsabteilung, ein Arbeitseinsatz beim HSM in Wehmingen getätigt. Ziel war die Vorbereitung des Arbeitstriebwagen 3 für den Rücktransport nach Bremen. Nach dem Einladen der Zubehörteile in das FdBS-Reservewerkstattfahrzeug einer namhaften Bremer Bäckerei, wurde erst einmal gefrühstückt. Danach wurden die Deckenautomaten ausgebaut, das Fahrzeug grob von innen gereinigt (manuell mit dem Besen) und nebenbei auch noch 3533 repariert. Anschließend wurde AT3 über die Schleife gewendet.
Es war ein rund um gelungener und erfolgreicher Tag. - Wir danken unseren Freunden vom HSM für die gute Zusammenarbeit.

Die Rückkehr...


14.10.2013

Fotos: V.Hilse / G.Borcherding / W.Lukaschewsky FdBS

Gegen 13:00 Uhr wird AT3 in Wehmingen unter Mithilfe unserer Werkstattcrew verladen und macht sich dann auf die Reise nach Bremen. Um 15.30 Uhr trifft er in Bremen-Sebaldsbrück ein. Unser bewährtes Team baut am heutigen Tag zum zweiten Mal die Rampe auf.
Nach 32 Jahren ist AT3 jetzt wieder auf heimischen Gleisen und wird sofort in einen Drei-Wagen-Zug eingegliedert.


30.07.2014
Fotos: G.Borcherding FdBS

Zum 25. Jubileum des Vereines erhält er schon mal sein ursprüngliches Aussehen der Front wieder - natürlich nur provisorisch.


Im Bremer Straßenbahnmuseum "Das Depot" ist er jetzt so als Exponat und Arbeitsreserve hinterstellt.

Denkbar wäre eine Aufarbeitung als Beiwagen 1619
(bis Nr. 1618 gingen die Nummern der originalen Lindner-Wagen).


Die Rückführung des Arbeitstriebwagens AT3